Isis und USA

Generalleutnant Michael T. Flynn, der frühere Chef des US-Geheimdienstes Defense Intelligence Agency, bestätigt, dass die US-Regierung den Aufstieg des ISIS bewusst gefördert hat.
Friedenspolitische Mitteilungen aus der
US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein
LP 160/15 – 26.08.15
Der frühere Chef eines US-Geheimdienstes bestätigt,
dass Obama den “willentlichen Beschluss” gefasst hat,
den Aufstieg des ISIS zu unterstützen
Von Steven MacMillan
New Eastern Outlook,13.08.15
( http://journal-neo.org/2015/08/13/former-us-intelligence-chief-admits-obama-took-willful-decision-to-support-isis-rise/ )

Wer nur die westlichen Mainstream-Medien liest, fällt vermutlich auf den Mythos herein, der Islamische Staat in Syrien / ISIS sei aus dem Nichts aufgetaucht, und die Regierungen der westlichen Welt seien durch den Aufstieg dieser Terrorgruppe total überrascht worden.
Vielleicht wird er auch die im Jahr 2003 erfolgte Invasion und die anschließende Besetzung des Iraks sowie die Ausgrenzung der Sunniten durch bestimmte Regierungen dafür verantwortlich machen, dass in dieser Region derart extreme Gruppierungen so mächtig geworden sind.
flynn

Was die meisten Leser der Mainstream-Medien aber nicht erfahren sollen, ist die Tatsache, dass der ISIS, eine der wichtigsten Oppositionsgruppen, die Bashar al-Assads syrische Regierung bekämpfen, von NATO-Staaten in geheimer Absprache mit Saudi-Arabien, Katar, Israel und anderen finanziert, trainiert und unterstützt wurde. Diese Tatsache wird von den meisten westlichen Medienkonzernen einfach unterschlagen, und das belegt wieder einmal, wie einseitig und irreführend sie berichten.
Einige westliche Nachrichtenagenturen verbreiten immer noch die Ente, die Obama-Regierung habe den ISIS falsch einschätzt und sei durch seine schnellen Erfolge überrumpelt worden. Noch 2014 antworte Obama auf die Frage, ob die USA den ISIS unterschätzt hätten [s. http://www.globalresearch.ca/iraq-obama-blames-intelligence-failures-for-isis-gains-masking-plan-to-expand-war-in-middle-east/5395513 ]: “Sein Vormarsch in den letzten Monaten war schneller, als unsere Geheimdienste vorhergesagt und Politiker im Irak und anderswo erwartet haben.”
Diese Behauptung steht in krassem Widerspruch zu einem kürzlich veröffentlichten Dokument der Defense Intelligence Agency / DIA (des Dachgeheimdienstes der US-Streitkräfte,  s. https://de.wikipedia.org/wiki/Defense_Intelligence_Agency ) aus dem Jahr 2012, dessen Freigabe Judical Watch (s. https://en.wikipedia.org/wiki/Judicial_Watch ) unter Berufung auf den Freedom of Information Act / FOIA (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Freedom_of_Information_Act ) gerichtlich durchgesetzt hat. In dem DIA-Dokument wird gewarnt: 1/6 “Der Islamische Staat im Irak / ISI könnte sich mit anderen Terroristenorganisationen im Irak und in Syrien vereinen und wirklich einen eigenen Staat gründen.” [Das Dokument ist aufzurufen unter http://www.judicialwatch.org/wp-content/uploads/2015/05/Pg.-291-Pgs.-287-293-JW-v-DOD-and-State-14-812-DOD-Release-2015-04-10-final-version11.pdf , s.
Seite 5]
In einem Interview, das Mehdi Hasan von Al Jazeera [s. http://www.aljazeera.com/programmes/headtohead/2015/07/blame-isil-150728080342288.html ] kürzlich mit dem ehe-
maligen DIA-Chef Michael T. Flynn (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_T._Flynn ) geführt hat, bestätigte Flynn, die Obama-Regierung sei vor der Gefahr, dass extremistische Gruppierungen die ganze Region unter ihren Einfluss bringen könnten, gewarnt worden;
aber anstatt die Unterstützung für die syrische Opposition einzustellen, habe die Regierung den “willentlichen Beschluss” gefasst, die Rebellen weiterhin zu unterstützen:
Hasan (Interviewer, ab 11.15): 2012 hat ihr Geheimdienst festgestellt: “Die Salafisten die Moslembruderschaft und Al Qaeda im Irak [woraus der ISIS entstand], sind die Hauptkräfte, die den Aufstand in Syrien vorantreiben.” 2012 waren die USA bei der Ko-
ordinierung der Waffenlieferungen an genau diese Gruppierungen behilflich. Warum haben Sie die Waffenlieferungen nicht gestoppt, um den Aufstieg der islamistischen Extremisten zu verhindern?
Flynn: Nun, ich hasse es, sagen zu müssen, dass dies nicht mein Job war; mein Job war es, der US-Regierung möglichst genaue geheimdienstliche Erkenntnisse zu liefern (und sie zu warnen), und das haben wir auch schon vor 2012 getan. Als wir noch im
Irak waren und Entscheidungen zu treffen hatten, bevor wir 2011 abzogen, war auch schon klar, was passieren würde.
Hasan: Sie behaupten also, dass auch die US-Regierung damals schon die Gefahr kannte, die von diesen Gruppierungen ausging, weil Sie darauf hingewiesen haben. Und wer hat nicht auf Sie gehört
Flynn: Ich denke, es war die komplette Regierung.
Hasan: Die Regierung hat Ihre Analyse also nicht ernst genommen?
Flynn: Ich glaube nicht, dass sie blind war. Ich denke die US-Regierung hat eine willentliche Entscheidung getroffen (die Islamisten gewähren zu lassen).
Hasan: Die US-Regierung hat sich also bewusst dafür entschieden, einen Aufstand zu unterstützen, der von Salafisten, Al-Qaida und der Moslembruderschaft ausging?
Flynn: Sie hat sich ganz bewusst dafür entschieden. … Sie müssen schon den Präsidenten selbst fragen, was er mit dieser Politik erreichen wollte, die ich sehr konfus finde. Es ist ziemlich offensichtlich, dass NATO-Staaten gemeinsam mit regionalen Verbündeten jahrelang verschiedene Banditenhaufen finanziell unterstützt, bewaffnet und trainiert haben, um die weltliche syrische Regierung zu stürzen; bis heute konnte aber kein Regimewechsel in Damaskus erzwungen werden.
Das freigegebene DIA-Dokument aus dem Jahr 2012 enthüllt auch, dass die westlichen Mächte, die Golfstaaten und die Türkei, die der syrischen Opposition beistanden, “ein salafistisches Kalifat im Osten Syriens schaffen wollten, um das syrische Regime zu isolieren”.  2/6 [s. http://www.washingtonsblog.com/2015/05/dia-docs-west-wants-a-salafist-principality-in-eastern-syria.html ] Darin steht auf Seite 5:
“Oppositionelle Kräfte versuchen Gebiete im Osten Syriens [Hasaka und Der Zor], im Westen des Iraks [Mosul und Anbar] und entlang der türkischen Grenze zu kontrollieren. Die westlichen Länder, die Golfstaaten und die Türkei unterstützen diese Bemühungen. …
Sollten sie erfolgreich sein, gibt es die Möglichkeit, ein unabhängiges oder wenigstens selbstverwaltetes salafistisches Kalifat im Osten Syriens [Hasaka und Der Zor] zu errichten, und genau das wollen die Staaten, welche die Opposition unterstützen, um das syrische Regime zu isolieren, das strategisch den Schiiten (im Irak und im Iran) zuzurechnen ist.”
Verschiffung von Waffen aus Libyen zu den syrischen Rebellen
2012 wurde in zahlreichen Berichten behauptet, die USA würden schwere Waffen aus Lagern der Armee des getöteten libyschen Staatschefs Muammar Gaddafi zu den syrischen Rebellen schaffen [s. http://www.businessinsider.com/obama-admin-admits-to-covertly-sending-heavy-weapons-to-syrian-rebels-2012-12?IR=T ]. Aus  einem früher ebenfalls geheimen Dokument des US-Verteidigungsministeriums, dessen Freigabe Judical
Watch auch durchgesetzt hat, ist zu ersehen, dass man im Weißen Haus mindestens von Waffenlieferungen aus Libyen nach Syrien wusste [s. http://www.judicialwatch.org/pressroom/press-releases/judicial-watch-defense-state-department-documents-reveal-obama-administration-knew-that-al-qaeda-terrorists-had-planned-benghazi-attack-10-days-in-advance/ ]; aus dem Dokument geht aber nicht hervor, wer die Waffen verladen und verschifft hat. In dem unter http://www.judicialwatch.org/wp-content/uploads/2015/05/Pgs.-1-3-2-3-from-JW-v-DOD-and-State-14-812-DOD-Release-2015-04-10-final-version1.pdf aufzurufenden Dokument steht:
“Ende August 2012 wurden Waffen aus Lagern der ehemaligen libyschen Armee vom libyschen Hafen Bengasi zu den syrischen Häfen Banias und Borj Islam verschifft. Es handelte sich um Scharfschützen-Gewehre, Panzerbüchsen und Werferraketen der Kaliber 125 bzw. 155 mm. … Es waren schätzungsweise 500 Scharfschützen-Gewehre, 100 Panzerbüchsen mit 300 Munitionskisten und etwa 400 Werferraketen der Kaliber 125, 155 und 200 mm.”
Es gehört zur langfristigen Strategie des Westens, Regime, die sich ihm nicht unterwerfen, zu stürzen. Mit dem NATO-Krieg gegen Libyen im Jahr 2011 wurde Gaddafi beseitigt, und jetzt soll auch noch Assad gestürzt werden. Libyen und Syrien wurden bereits im Jahr
2000 von dem neokonservativen Project for a New American Century / PNAC (s. https://de.wikipedia.org/wiki/Project_for_the_New_American_Century ) zu Feinden erklärt
– sehr lange vor dem Überfall auf Libyen im Jahr 2011 und lange vor dem noch andauern – den Stellvertreterkrieg in Syrien. Auf der Abschussliste des PNAC standen damals auch schon der Irak, der Iran und Nordkorea. [s. http://journal-neo.org/2014/10/09/the-neoconservative-hit-list-iraq-libya-and-now-syria-a-plan-for-global-u-s-military-supremacy/ ]
Es gibt noch weitere Belege dafür, dass viele der in den letzten Jahren geführten Kriege und Stellvertreterkriege lange vorher von imperialistischen Mächten geplant wurden; der ehemalige französische Außenminister Roland Dumas hat bestätigt, dass der Syrien-Krieg mindestens zwei Jahre vor der Inszenierung des “Aufstandes” bereits “geplant, vorbereitet und eingefädelt” war. Dumas plauderte aus, dass britische Offizielle an ihn herangetreten
seien, um herauszufinden, ob sich Frankreich an der “Einschleusung von Rebellen” nach Syrien beteiligen würde. Dumas hat abgelehnt, andere westliche Staaten haben das nicht getan. 3/6
Steven MacMillan ist ein unabhängiger Journalist und investigativer geopolitischer Analyst. Er gibt “The Analyst Report” (s. http://www.theanalystreport.net/ ) heraus und arbeitet oft für das Online-Magazin “New Eastern Outlook” (s. http://journal-neo.org/about/ ).
(Wir haben den aufschlussreichen Artikel komplett übersetzt und mit Ergänzungen und Links in runden Klammern versehen. Die Links in eckigen Klammern hat der Autor selbst eingefügt. Infos über ihn sind nachzulesen unter http://www.theanalystreport.net/about/ .
Anschließend drucken wir den Originaltext ab.
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Der Orginaltext ist auf dem Original pdf hier nachzulesen.
www.luftpost-kl.de
VISDP: Wolfgang Jung, Assenmacherstr. 28, 67659 Kaiserslautern
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