El Salvador ,Cuba

Im Clarín com 23. August erschien eine kurze Nachricht von Gustavo Sierra mit dem Titel „Die Maras bluten El Salvador aus“. Darin wird von der Welle der Gewalt gesprochen, die dieses mittelamerikanische Land heimsucht: Laut Autor „starben innerhalb von drei Tagen 125 Personen beim Aufeinandertreffen zwischen Bandenmitgliedern und Polizei oder Armee“. Die Nachricht eröffnet weitere Details: Die aktuell phänomenale Mordrate El Salvadors: 90 pro 100.000 Einwohner. Um vergleichen zu können hier die Ziffern, die vom Büro der Vereinten Nationen gegen Drogen und Delikte für das Jahr 2012 herausgegeben wurden: für die USA 4,8; Argentinien 5,5; Brasilien 21,8 und Honduras 66,5. In dem Jahr betrug sie für El Salvador 41,2, immer bezogen auf 100.000 Einwohner. Das bedeutet, dass eine an sich schon sehr erhöhte Zahl sich in weniger als drei Jahren verdoppelte und dies besonders in den letzten Monaten.

Offensichtlich gibt es viele Faktoren, die dieses unheilvolleErgebnis erklären und dies ist nicht der Ort das zu tun. Fakt ist, dass in der Nachricht von Sierra einige dieser Faktoren genannt werden, aber der ausgelassen wird, dass für die Gewaltausbrüche dieser Tage zweifellos der entscheidendste ist: Die Entscheidung der Regierung der Vereinigten Staaten Hunderte, wenn nicht Tausende von „Maras“, die in den verschiedenen Gefängnissen des Landes einsaßen, freizulassen und direkt nach El Salvador zu schicken. Das ist an sich nicht gerade eine freundschaftliche Geste gegenüber einem Land, in das man ein solch düsteres Kontingent übergibt, aber es ist noch schlimmer, wenn man zuvor das Register dieser Delinquenten „säubert“, so dass es unmöglich ist, legal ihren Eintritt nach El Salvador zu verhindern. Mit dem gänzlich bereinigten Vorstrafenregister kann nichts sie zurückhalten und die Übeltäter verwandeln sich einfach in Leute, die in ihr Land zurückkehren, ohne mit der Justiz eine Rechnung offen zu haben. Ein Schurkenstück, nichts mehr und nichts weniger.

Wie soll man eine solch kriminelle Entscheidung interpretieren? Selbstverständlich konnte dies nicht eine plötzliche Eingebung der Gefängnisbehörden der Vereinigten Staaten sein, die an einem Tag beschlossen, alle Maras laufen zu lassen. Eine Politik dieser Größenordnung wird auf einer anderen Ebene entschieden: Im Außenministerium, im Natioanlen Sicherheitsrat oder im Weißen Haus selbst. Das Ziel: eine Welle der Gewalt zu erzeugen um das Chaos zu säen und soziales Unbehagen zu erzeugen, dass die Regierung des Präsidenten Salvador Sánchez Cerén der Frente Farabundo Martí de Liberación Nacional (FMLN)destabilisiert wird, ganz im Sinne der US-Priorität, so schnell wie möglich den widerspenstigen lateinamerikanischen Hinterhof zu ordnen und die unerwünschten Regierungen loszuwerden.

Eine unmoralische und kriminelle Geste, die so viele Leben in El Salvador gefordert hat und sicher in den nächsten Tagen noch mehr fordern wird. Gleichgültig angesichts der Folgen seiner Handlungen macht Washington unbeirrt weiter dem Rest der Welt Lektionen in Sachen Menschenrechte und Demokratie zu erteilen, während es pausenlos gegen jene Taktiken des „weichen Putsches“ anwendet, die die Kühnheit besitzen mit Patriotismus und zum Wohle der großen Mehrheit des Volkes zu regieren.

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